WOZU DAS BÜRGERBEGEHREN?

Schweinfurt wächst, die Einwohnerzahl steigt. Mehr Menschen benötigen zusätzlichen Wohnraum. Das ist klar. Ja, in Schweinfurt werden neue Wohnungen gebaut. Seit Jahren sind es aber fast ausschließlich Eigentumswohnungen, die auf den Markt kommen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir haben nichts gegen Eigentumswohnungen für jene, die sich eine Eigentumswohnung leisten können. Das Problem liegt darin, dass keine Wohnungen für die Menschen mit kleinem Geldbeutel gebaut werden. Da tut sich seit mehr als 10 Jahren gar nichts. Und das ist ein Problem, weil es genügend Menschen gibt, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind.

WIE IST DIE SITUATION IN SCHWEINFURT?

Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Februar 2019 bestehen in der Stadt Schweinfurt aktuell 2929 Sozialwohnungen. Vor 20 Jahren waren es noch 5616! Es werden weiter immer weniger. Bis zum Jahr 2026 geht das Angebot an Sozialwohnungen um gut 600 auf 2315 zurück. Im Jahr 2029 sinkt die Zahl der Sozialwohnungen sogar auf 1912, das sind 1017 Sozialwohnungen weniger als heute.
Das liegt daran, dass eine Sozialwohnung nach einer gewissen Zeit, beispielsweise nach 30 Jahren, ihre Sozialbindung verliert. Danach gibt es die Wohnung natürlich noch, aber nicht mehr als Sozialwohnung. Sie ist dann eine normale Mietwohnung, oder wird zur Eigentumswohnung.

WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINER MIETWOHNUNG UND EINER SOZIALWOHNUNG?

Die Sozialwohnung ist eine besondere Art der Mietwohnung. Während der Eigentümer einer Mietwohnung weitgehend frei darin ist, den Mietpreis festzulegen und zu erhöhen, geht das bei einer Sozialwohnung nicht. Der Mietpreis einer Sozialwohnung errechnet sich aus den Kosten für den Bau und die Finanzierung der Wohnung. Der Fachbegriff heißt Kostenmiete, und diese ist im Preis gebunden. So ist der Mietpreis auf Dauer garantiert. Mieterhöhungen sind nur durch Kostensteigerungen begründbar und unterliegen strengen gesetzlichen Regelungen.

WIE ENTWICKELN SICH IN SCHWEINFURT DIE MIETPREISE?

Schweinfurt ist nicht Berlin oder München. Das gilt auch für die Mietpreise. Aber dennoch stiegen die marktüblichen Mietpreise auch in Schweinfurt nicht zu knapp. Nach Erhebungen von Empirice Systeme stiegen die Miet-Zugangspreise in der Stadt Schweinfurt bei Neuvermietungen im Zeitraum von vier Jahren bis 2018 um 15,5 Prozent. Damit hält die Lohnentwicklung nicht Schritt. Folglich müssen wir für das Wohnen immer mehr Geld vom Einkommen aufwenden. Nun treibt uns die Sorge um, dass diese Entwicklung so weiter geht und immer mehr Menschen Probleme bekommen, ihre Mieten bezahlbar zu halten.
Der soziale Wohnungsbau stellt ein Preiskorrektiv dar, weil Sozialwohnungen dafür sorgen, dass nicht noch mehr Mieter auf dem freien Wohnungsmarkt für noch mehr Nachfrage und damit für noch schneller steigende Preise sorgen. Deshalb haben der Freistaat Bayern und die Bundesregierung großzügige Förderprogramme zum Bau von Sozialwohnungen aufgelegt.